Unsere Vision

Pilzwerk

Pilzwerk, dabei denken viele an eine Fabrik, in welcher Pilze produziert werden. Nun, zum Teil stimmt das auch. Aber eigentlich sollen beim Projekt Pilzwerk, ausgehend von der Pilzzucht, viele Produkte mit dem Werk von Pilzen hergestellt werden. Pilze sind so vielseitig, dass sich damit eine Menge Produkte herstellen lassen. Beim Projekt Pilzwerk fängt alles bei den Pilzen an. Die essbaren, heilenden und Symbiose-bildenden Eigenschaften der Pilze stehen im Mittelpunkt und dienen als Ausgangspunkt für viele weitere, mit Hilfe der Pilze herstellbaren, Produkte. 

Unser Ziel ist es Kreisläufe von Produkten und Reststoffen geschickt einzusetzen, neue Kreisläufe zu erkennen und diese weiter zu entwickeln, um die größtmögliche Energieeffizienz bzw. den kleinstmöglichen Energieeinsatz für die ökologische Lebensmittelherstellung zu erzielen.

Anfänge

Im ersten Realisierungsschritt sollen Reststoffe und Abfälle der Holzverarbeitenden Industrie, der Landwirtschaft, sowie weitere organische Abfallprodukte zur Zucht von Gourmet- und Vitalpilzen genutzt werden. Gleichzeitig wird eine Vereinigung der Pilzzucht mit Aquaponik angestrebt. Das ausgenutzte Pilzsubstrat stellt Futter für die Zucht von Regenwürmern, welche selbst als Futterquelle für die Fische dienen. Das abgeführte Wasser der Fischzucht enthält notwendige Nährstoffe für Pflanzen, wobei in der ersten Phase des Aufbaus von Pilzwerk Tomaten und Gartenkräuter kultiviert werden sollen. Die erhöhte Sauerstoffkonzentration beim Anbau von Pflanzen dient der Zucht von Pilzen, welche selbst Kohlenstoffdioxid produzieren, das die Wachstumsgeschwindigkeit von Pflanzen steigert. (siehe Grafik 1).

Kreisläufe

Die Pilotanlage wird auf dem Gelände einer Landschafts- und Gartenbau GmbH gestartet. Die Wärmeleistung für die kalten Wintermonate soll durch die Errichtung eines Biomeilers in der Nähe der Pilz- und Fischzucht gewährleistet werden. Der Landschafts- und Gartenbau liefert dabei die notwendigen Mengen an Grünschnitt für den Biomeiler und kann nach der Ausnutzung des Biomeilers, dessen Laufzeit ca. 15 Monate beträgt, den entstandenen Kompost für die Düngung eigener Pflanzen verwenden. Weiterhin kann der Kompost des Biomeilers für die Zucht von Kompostliebenden Speisepilzen eingesetzt werden.

Der Wurmkompost, den die Regenwürmer aus dem ausgenutzten Pilzsubstrat herstellen, kann ebenfalls durch den Landschafts- und Gartenbau eingesetzt werden. Der Wurmkompost soll durch Mykorrhiza-Pilze aufgewertet werden, welche Symbiosen mit Nutzpflanzen bilden. Eine Ausbringung dieses Wurm-Mykorrhizapilz-Komposts auf landwirtschaftliche Flächen stärkt Nutzpflanzen in deren Immunabwehr, verbessert die Wasserversorgung und führt letztendlich zur Steigerung der Erträge bei gleichzeitiger Minimierung oder gänzlichen Abschaffung von Spritzmitteln (Mineraldünger, Pestiziden, Insektiziden). Wenn die Nutzpflanzen auf diesen Feldern (z. B. Weizen) wieder für die Zucht von Speisepilzen eingesetzt werden, können hier größere Kreisläufe entstehen. Genau das wird in den späteren Aufbaustufen von Pilzwerk angestrebt und mit den benachbarten Landwirten experimentelle Einsätze von verschiedenen natürlichen Düngemitteln (ausgenutztes Pilzsubstrat, Wurmkompost, Mykorrhiza-Pilze,  Biomeilerkompost, Mischprodukte) durchgeführt.

Das Erkennen und Verbinden von verschiedenen Kreisläufen, sowohl in der Substratherstellung als auch in der Energiegewinnung für die Zucht von Speisepilzen und weiteren pilzbasierten Produkten, bildet das besondere Element von Pilzwerk. Ausnutzung von Reststoffen aus der Landwirtschaft und das Einbringen von natürlichen Düngemitteln wieder in die Landwirtschaft stellt einen übergreifenden Kreislauf dar, dessen Verwirklichung durch Pilzwerk angestrebt wird und welche den ökologischen Aspekt der Lebensmittelherstellung durch Pilzwerk unterstreichen soll. Durch Pilzwerk werden Produkte aus der Region für die Region erstellt und in dieser vertrieben.