Lentinula edodes

Der Shiitake ist sowohl ein ausgezeichneter Speisepilz, als auch ein Heilpilz mit sehr breitem Wirkungsspektrum.

Shiitake ist eigentlich in Japan und China beheimatet und wird dort schon seit ca. 2000 Jahren angebaut. Der Pilz gehört der Familie der Schwindlingsverwandten an und kam um die zum Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa. In Asien wird er wegen seines hohen Nährstoffgehalts und des feinen Aromas sehr geschätzt und gilt als „König der Pilze“. Der japanische Name Shiitake bedeutet Pilz (take), der am Pasania-Baum (shii) wächst; der Pilz wird im Deutschen daher auch Pasaniapilz genannt. Nach dem Champignon ist er der meistangebaute Speisepilz überhaupt und in Ostasien ist er die Nummer Eins unter den angebauten Pilzen.

Shiitake besitzt die Geschmacksrichtung umami, die von der modernen Wissenschaft inzwischen als fünfte über die Zunge wahrnehmbare Geschmacksqualität neben süß, salzig, bitter und sauer anerkannt wird. Umami entsteht durch das Vorhandensein von Glutamat und aktiviert spezielle Geschmacksrezeptoren auf der Zunge. Es ist mitbestimmend für den Geschmack von eiweißreichen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Hülsenfrüchten oder einigen Pilzen.

Der Shiitake liefert etwa 2,2 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm frischer Fruchtkörper. Interessant ist, dass sein Eiweiß alle essentiellen Aminosäuren (z. B. Leucin und Lysin) im ähnlichen Verhältnis wie Milch oder Fleisch enthält und daher eine hochwertige Eiweißquelle darstellt.

Neben Vitamin B2, Vitamin B3 und Vitamin B6 enthält der Shiitake besonders viel Vitamin B5 (Pantothensäure) und liefert damit viel Power für einen gesunden Stoffwechsel und für gesunde Nerven.

Weiterhin liefert Shiitake nicht zu verachtende Mengen an Vitamin D, welche normalerweise durch UV-B – Strahlung im menschlichen Körper synthetisiert werden müssen. Dabei kommen bei Shiitake verschiedene Vorstufen von Vitamin D vor. Nach einem Sonnenbad, ob bei der Fruchtung oder bei der Trocknung, bilden sich auch weitere Stufen von Vitamin D im Pilz und stehen dem Konsumenten zur Verfügung. Da Vitamin D bei der Regulierung des Calcium-Spiegels und beim Knochenaufbau eine wichtige Rolle spielt, können Mängel an Vitamin D zu einigen Erkrankungen des Skeletts (z.B. Rachitis bzw. Osteomalazie) führen. Aber auch weitere chronische Erkrankungen können durch Vitamin D – Mangel auftreten (Bluthochdruck, Asthma, Allergien).

In Shiitake kommt ein wichtiges Beta-Glucan (ß-Glucan), das Lentinan, vor. Beta-Glucane wirken sich auf das Immunsystem aus, wobei das Lentinan aus Shiitake, ein ß-1,3 Glucan, die Makrophagen stimuliert und eine weitreichende Immunantwort des Körpers auslöst. Somit werden Lymphozyten und weitere Zellen des Immunsystems aktiviert, wodurch eine stärkere Abwehr gegen verschiedene Mikroorganismen wie Bakterien und Viren eintritt. Weiterhin kann das Immunsystem gegen entartete Zellen im Körper verstärkt wirken, z. B. auch gegen einige Krebszellen. Wie stark die Immunantwort durch den Verzehr von Shiitake ausfällt ist natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

Da Lentinan sich auf das Immunsystem auswirkt, ist es nicht verwunderlich, dass einige Menschen mit leichten allergischen Reaktionen auf den Verzehr von Shiitake reagieren. An dieser Stelle sollte also auch auf das geringe, aber dennoch vorhandene, Risiko beim Konsum von diesem Pilz hingewiesen werden. Die erste Bitte und Ratschlag zugleich: bei Pilzen, nicht nur bei Shiitake, die man nicht schon mal gegessen hat, sollte immer erst eine kleine Menge verzehrt werden, um eine eventuelle allergische Reaktion auszuschließen.

Das Lentinan ist aber nicht das einzige vorkommende Glucan in Shiitake und somit wird die Gesamtheit von verschiedenen Polysacchariden und weiteren Stoffen in diesem Pilz mit Behandlungen und sogar Heilungen diverser Erkrankungen in Verbindung gebracht. So soll Shiitake antithrombotisch, antiallergisch, Cholesterol-regulierend, antikarzinogen, antibakteriell, antiviral, sowie gut bei Arthritis, Gicht, Rheuma, Migräne und Tinnitus sein. Es lohnt sich also immer alternative Heilmethoden mit Shiitake auszuprobieren, vor allem wenn die konventionelle Medizin versagt.

Quellen

  • Keegan R.J. et al.: Photobiology of vitamin D in mushrooms and its bioavailability in humans. Dermato-endocrinology. 2013 Jan 1; 5(1):165-76.
  • Chan G.C. et al.: The effects of ß-glucan on human immune and cancer cells. Journal of Hematology & Oncology. 2009 Jun 10; 2:25.
  • Dai X. et al.: Consuming Lentinula edodes (Shiitake) Mushrooms Daily Improves Human Immunity: A Randomized Dietary Intervention in Healthy Young Adults. Journal of the American College of Nutrition. 2015; 34(6):478-87
  • Stamets P.: Mycelium Running: How Mushrooms Can Help Save The World. Ten Speed Press. 2005
  • Stamets P.: Growing Gourmet and Medicinal Mushrooms. Ten Speed Press. 2000
  • United States Department of Agriculture, Agricultural Research Service: National Nutrient Database for Standard Reference Release. (http://www.usda.gov)
  • http://www.zentrum-der-gesundheit.de/shiitake-heilwirkungen.html
  • http://www.topfruechte.de/2011/01/22/shiitake-pilze-positiver-einfluss-auf-die-nebenwirkungen-von-chemotherapie-durch-lentinan/
  • http://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliches_risiko_von_shiitake_pilzen.pdf
  • http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/uwe-karstaedt/das-karstaedt-protokoll-pilze-die-neue-wunderwaffe-der-medizin.html
  • http://www.heilenmitpilzen.de/shiitake.html