Zuchset Austernseitling

6 Liter Myzelblock

 

Zucht Set Austernseitling

Lieber Pilzwerk-Freund,
Vielen Dank für den Erwerb unseres Zucht-Set Austernseitling für Daheim. Wir wünschen dir viel Spaß bei deiner eigenen Pilzzucht und natürlich einen guten Appetit bei dem Verzehr deiner Pilze. Bleibe gesund.
Dein Pilzwerk-Team

Schnellanleitung

  1. Löse die Fruchtung aus, indem du ca. 10 neue kleine Löcher in den Substratbeutel stichst. Stell den Beutel für 1-2 Tage bei 4-10°C kalt.
  2. Während der Fruchtphase lasse den Beutel bei ca. 12-16°C ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen und befeuchte diesen 2-3-mal täglich mit einigen Spritzern Wasser aus einer Sprühflasche.
  3. Ernte die Austernseitlinge in dem du die Pilztraube oder den einzelnen Pilz mit beiden Händen anpackst, zur Seite drehst und zu dir ziehst.
  4. Lasse den Substratbeutel 1-2 Wochen bei ca. 20°C an einem schattigen Platz erholen und besprühe den Beutel ab und zu mit ein wenig Wasser.
  5. Für erneutes Auslösen der Fruchtung gehe zu Schritt.

 

Was ist ein Myzelblock?

Pilze sind wundersame Organismen, die uns Menschen nur langsam alle Geheimnisse von sich preisgeben. Jedoch können wir einige Pilze selbst züchten, zur Fruchtung bringen und alle gastronomischen und gesundheitlichen Vorteile auch zuhause genießen. Für ein besseres Verständnis solltest du wissen, dass der eigentliche Pilz aus Verbindungen von vielen Pilzsträngen, den Hyphen, besteht. Das wird als Myzel bezeichnet. Das Myzel ist meist unsichtbar im Boden oder in den befallenen Bäumen versteckt. Was wir Menschen dann als den Pilz bezeichnen, ist der Fruchtkörper, welcher der Vermehrung dient. In den Hüten der Fruchtkörper befinden sich Pilzsporen, die in der Natur dann vom Wind, Insekten oder Tieren weiter getragen werden, sich einen neuen geeigneten Wohnraum suchen und sich dort ansiedeln. Der Lebenszyklus vom Pilz beginnt wieder von neuem. Solange der Wohnraum, das Substrat, für den Pilz aber noch genug Nährstoffe bereithält, wird das Myzel immer wieder Früchte bringen, um sich zu vermehren. Was du nun in den Händen hältst, ist von Myzel Durchwachsenes Stroh. Wir haben sozusagen dem Zucht-Set Austernseitling einen geeigneten Wohnraum geboten und es bis zu dem Stadium wachsen lassen, so dass jetzt die ersten Früchte kommen könnten. Das ist ein durchwachsener Myzelblock (Substratblock).

Wieso beginnen Pilze zu Fruchten?

In der Natur wächst das Myzel der meisten Pilze in den Sommermonaten am besten durch, ob im Boden oder anderen geeigneten Umgebung. Es kommt immer auf die Pilzart an, welchen Wohnraum diese bevorzugt. Der Austernseitling wächst in der Natur auf Bäumen oder abgefallenen Ästen und ist sozusagen ein Holzzersetzer. Der Champignon z.B. wächst in der Erde und zersetzt all das, was von den Austernseitlingen und ähnlichen Pilzen übrig bleibt und ist somit ein sogenannter Komposter-Pilz. Bei beiden Pilzarten kommt aber die Fruchtung erst, wenn sich die Lebensparameter verändern. Meistens ist es der Abfall der Temperatur im Herbst, ausgiebige Regentage, oder beides. Die Pilze stellen sich auf den Herbst und den darauffolgenden Winter ein und beginnen mit der Fruchtung.
Wenn wir den Pilz selbst zur Fruchtung bringen wollen, müssen wir genau das nachahmen, was in der Natur mit den Jahreszeiten geschieht: Temperatur- und Feuchtigkeitswechsel. Wenn sich diese
Parameter ändern, stellt der Pilz seinen Stoffwechsel um und beginnt mit der Ausbildung der Fruchtkörper. In dieser Phase ist es wichtig, dass die Umgebung feucht genug ist, da für die Ausbildung der Früchte sehr viel Wasser benötigt wird.

Wieso muss ich neue Löcher in das Zucht Set stechen?

Ganz wichtig zu wissen, ist, dass Pilze, genau so wie wir Menschen, atmen und somit für das Leben Sauerstoff brauchen. Wenn wir das Myzel in dem Substratblock einsäen, stechen wir sofort schon
einige Löcher in die Tüte, damit der Pilz atmen kann. Durch genau diese Löcher würde der Austernseitling auch seine Früchte ausbilden, denn hier ist der Sauerstoffgehalt in der Umgebung des
Pilzes am höchsten. Wenn wir ab und zu neue Löcher in den Myzelblock stechen, bekommt der Pilz mit, dass auch an anderen Stellen seines Wohnraums Luft zu holen ist. Der Pilz stellt seinen
Stoffwechsel so um, dass der notwendige Sauerstoff aus diesen neuen Luftschleusen in das Innere des Zucht-Set transportiert wird. Das Myzel wird stärker. Wenn wir also immer mal wieder neue
Löcher stechen, halten wir den Myzelblock fit und drängen ihn zum weiteren Wachstum an. Das ist auch der Grund, wieso der Myzelblock nicht unbedingt in einer verschlossenen Kiste aufbewahrt
werden sollte. Durch die Atmung produziert der Pilz selbst viel Kohlenstoffdioxid und wenn keine frische Luft hinzugefügt wird, erstickt er.

Brauchen Pilze Licht?

Du kannst dir wahrscheinlich vorstellen, dass es im Boden oder in einem Baumstumpf, also dort wo sich das Myzel ausbreitet, kein Licht hinkommt. Und genau in dieser Phase brauchen die Pilze
wirklich nicht unbedingt Licht. Wenn allerdings die Früchte kommen, brauchen auch Pilze etwas Lichteinstrahlung, denn dadurch bilden sich Farbpigmente aus und die Pilze bekommen ihre Färbung.
Sehr wichtig ist das Licht auch für die Ausbildung einiger Vitamine, wie z.B. Vitamin D. Dieses können wir Menschen auch nur durch die Sonneneinstrahlung (UV-Licht) ausbilden. Da die Pilze aber keine Pflanzen sind und somit keine Photosynthese betreiben, brauchen Pilze bei weitem nicht so viel Licht wie Pflanzen. Es reicht schon ein schattiges Plätzchen ohne direkte Sonneneinstrahlung, damit die Früchte genug Licht bekommen und all die wichtigen Stoffe entwickeln, die wir dann durch den Verzehr der Pilze zu uns nehmen können. Direkte Sonneneinstrahlung kann sogar zur Austrocknung der Früchte führen. Also haltet euer Zucht-Set Austernseitling schattig und feucht.

Muss ich die Pilze extra belüften?

Wenn die Früchte starkem Wind ausgesetzt sind, vertrocknen sie. Deshalb brauchst du keinen Ventilator, um genug Luft dem Pilz hinzuzufügen. Der Bereich, wo du den Pilzblock für die Fruchtung
hinstellst, sollte trotzdem mindestens einmal am Tag etwas frische Luft bekommen. Öffne einfach ein Fenster für einige Minuten in dem Raum, wo dein Pilzblock steht. Das reicht in den meisten Fällen schon aus, damit du gesunde Früchte bekommst.

Was mache ich mit dem Zucht Set Austernseitling, wenn keine Früchte mehr kommen?

Unser Substrat ist dafür ausgelegt, dass es mehrmals hintereinander Früchte bringen kann. Wir ernten 4- bis 5-mal, manchmal sogar noch öfter, bis das Substrat durch das Myzel vollkommen
ausgenutzt ist. Irgendwann sind die notwendigen Nährstoffe nicht mehr vorhanden und der Pilz gibt keine Früchte mehr ab. Das Myzel kann man aber trotzdem noch weiter nutzen, denn für andere
Pilze oder Pflanzen sind da immer noch genug Nährstoffe. Zerkleinere den Myzelblock und verteile ihn in deinem Garten in der Erde, deine Pflanzen werden sich über zusätzliche Düngung freuen. Oder entsorge das Myzel über deinen Kompost. Wenn keine der Möglichkeiten besteht, entnehme das Myzel aus der Plastiktüte und entsorge es ganz normal über die Biotonne und die Tüte mit dem gelben Sack.

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